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Standesamt

Foto: Erich Kasten, pixelio.de Ärgerliche Situation

Dinslaken. Längst vorbei sind die Zeiten, als stolze Väter ihre Sprösslinge persönlich beim Standesamt angemeldet haben. Mittlerweile läuft das Prozedere für das Beurkunden von Geburten über die Krankenhäuser, die per Botenpost den Weg ins Rathaus findet. Momentan stapelt sich dort die Post und damit die Arbeit. Und es gibt erste Beschwerden. Nicht durch die zurückliegenden Feiertage, wie man annehmen könnte, sondern wegen der großen Zahl von ausländischen Eltern ist es auch in der alten Burg zu einem Bearbeitungsstau bei Geburtsurkunden gekommen.

Momentan hänge man mindestens sechs Wochen zurück und arbeite noch einen Berg aus dem vergangenen Jahr ab, hieß es. Bei jährlich etwa tausend kleinen Erdenbürgern, die in dieser Stadt das Licht der Welt erblicken, liegt der Anteil ausländischer Eltern bei etwa 45 Prozent. Und da liegt das Problem. In der Praxis bedeutet das ein Prüfen und Beurteilen nach dem Namensrecht des Herkunftslandes. Nicht immer steht das im Einklang mit den in der Bundesrepublik gültigen Bestimmungen. „Die Arbeitsaufwand ist dann beträchtlich, insgesamt auch wegen der Vielzahl der Fälle“, sagen die Urkundsbeamten im Rathaus.

Während Geburtsurkunden für türkischstämmige Abkömmlinge zur Routine im Arbeitsalltag gehören, erfordern Geburten von afghanischen, syrischen oder beispielsweise afrikanischen Eltern einen großen Verwaltungsaufwand. Fürs erste müssen sich stolze Eltern einstweilen mit einer Kopie der vom Krankenhaus gefertigten Geburtsanzeige begnügen, die in der Regel von den Krankenkassen akzeptiert wird. Im Rathaus bittet man für die gegenwärtige Situation um Verständnis, wissend, dass auch hier die oft erwähnte Globalisierung das Leben der Beschäftigten schwieriger, weil arbeitsaufwändiger macht und allen Eltern leider längere Bearbeitungszeiten zugemutet werden müssen. Den Personalbestand übergangsweise auszuweiten, ist wegen der komplizierten Materie nicht möglich.

Foto: Erich Kasten, www.pixelio.de