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Jeanette Wolff

Jeanette Wolff

Geboren 1888 in Bocholt - Gestorben 1976 in BerlinPortrait Jeanette Wolff

Die gläubige Jüdin und engagierte Sozialdemokratin begann 1919 ihr politisches Engagement als Stadträtin in ihrem Heimatort Bocholt.
Sie war eine von wenigen Frauen in der westfälischen Kommunalpolitik.
Auf der Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung kam sie 1932 mit ihrem Mann und den drei Töchtern nach Dinslaken.
Zunächst wurde Jeanette Wolff in sogenannte "Schutzhaft" genommen. 1938 wurde ihre ganze Familie in Konzentrationslager verschleppt. Jeanette Wolff mit Tochter EdithEinzig Jeanette und ihre Tochter Edith überlebten die Lager und Zwangsarbeit.
Nach ihrer Befreiung 1945 setzte sich Jeanette Wolff in beeindruckender Weise für Frieden und Versöhnung zwischen den Konfessionen ein. Sie engagierte sich in jüdischen Organisationen, als Stadtverordnete von Berlin und im Deutschen Bundestag. Außerdem bekleidete sie hohe Ämter in der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und im Zentralrat der Juden in Deutschland. Im jüdischen Frauenbund ermutigte sie die Frauen in der jungen Bundesrepublik zu selbstbewusstem Handeln. Bei all ihren Tätigkeiten zeichneten Zivilcourage und Toleranz ihr Denken und Handeln aus.
Der Nachlass von Jeanette Wolff liegt im Stadtarchiv Dinslaken.Sprecherin Jeanette Wolff

Für weitere Informationen zu Jeanette Wolff können Sie hier den Aufsatz von Martina Weinem "Jeanette Wolff - Es gehört mehr Mut zur Liebe als zum Hass" aus dem Buch "Der andere Blick - FrauenLeben in Dinslaken" (Essen, 2001) lesen.