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Vom Bahnhof bis zur Wassermühle

Überqueren Sie den Bahnhofvorplatz und folgen Sie der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Stadtpark. Dort, wo heute der Verteilerkreis zu sehen ist, war von 1722 bis 1927 ein jüdischer Friedhof. Das 1993 geschaffene Mahnmal von Alfred Grimm im Stadtpark unmittelbar hinter dem Verteilerkreis erinnert an die Judenprogrome in Dinslaken.

Mitten im Park liegt die Burg

Ansicht Rathaus

Die Ursprünge der Burg reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit wurde die ehemalige "Motte" aufgemauert und zu einer Festung ausgebaut. Reste dieser ursprünglichen Burganlage sind in den Grundmauern erhalten.

Ein Stadtplan des 18. Jahrhunderts zeigt eine unregelmäßige dreiflügige Anlage mit Hauptturm und Zufahrt im Süden. Ein Wassergraben umschloß die Burg und eine weitere Insel, die als Ziergarten benutzt wurde und einen eigenen Zugang hatte. Insgesamt erstreckte sich die Anlage auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern. 1945 wurde die Burg fast völlig zerstört und zwischen 1950 und 1952 unter Erhaltung einiger älterer Gebäudeteile (Sockel des Hauptturmes, Teile der Südostmauer mit dem Torbau, Auffahrtsrampe und zweibogige Brücke) wieder aufgebaut.

Burgtheater

Ansicht Burgtheater

Unmittelbar im Schatten der Burg unterhalb des Ostflügels wurde 1934 die Freilichtbühne errichtet. Ihr Reiz liegt nicht zuletzt in der natürlichen Kulisse der Burg.

Die Freilichtbühne ist heute ein zentraler kultureller Veranstaltungsort der Stadt. Neben Aufführungen der Burghofbühne finden hier unter anderem Schützen- und Musikfeste statt. Und natürlich wird die Bühne bei den jährlich im August stattfindenden "DIN-Tagen", einem der größten Volksfeste am Niederrhein, in Beschlag genommen.

Rittertor

Rittertor mit Pförtnerhaus

Gegenüber der Auffahrt zur Burg liegt das Rittertor mit dem Pförtnerhaus. Das Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde aus Backstein erbaut. Das Tor diente als Einlaß zur Burg und trennte das Kastell von der Altstadt.

Durchschreiten Sie das Rittertor und gehen Sie zum Marktplatz. Der Brunnen, den Sie auf der rechten Seite sehen, wurde 1985 errichtet und zeigt eine Dinslakener Symbolfigur: die Pumpenmarie sowie Szenen der Dinslakener Nachbarschaften. Die Hausflucht ist am unteren Ende des Marktplatzes unterbrochen und gibt den Blick frei auf die Katholische Kirche Sankt Vincentius.

Sankt Vincentius

Sankt Vincent Kirche

1480 fertiggestellt und als dreischiffige Hallenkirche konzipiert. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche weitgehend zerstört. Heute ist noch der spätgotische Chor erhalten. Der Hochaltar wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Flandern hergestellt. Die bemalten Vorderseiten der Flügel zeigen die vier Evangelisten. Der geöffnete Altar stellt in eindrucksvollen Schnitzereien und Bildern die Passion Christi dar. Das Kruzifix in der Mitte der Kirche ist 2,50 m hoch und wurde um 1400 gefertigt. An der Außenmauer der Kirche steht eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1501. Die Kreuze standen früher an der Duisburger Straße, wo sich heute noch eine Kopie der Kreuzigungsgruppe befindet.

Überqueren Sie den Kirchenvorplatz und gehen Sie durch den kleinen Pfarrgarten. Direkt vor Ihnen liegt eine kleine Fußgängerbrücke, die den Rotbach überspannt. Beidseitig von der Brücke, sehen Sie Reste der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Stadtbefestigung, die ursprünglich eine Höhe von rund 3 Metern aufwies.

 

Drei Kreuze und die Trabrennbahn

Biegen Sie hinter der Brücke nach links ab, um dann einige Schritte weiter nach rechts zur Kreuzstraße zu gehen. Folgen Sie der Kreuzstraße nach links bis zum Verteilerkreis. Auf der gegenüberliegenden Seite sehen Sie die Kopie der "Drei Kreuze".

Die Kreuzigungsgruppe stand ursprünglich als Teil eines Kreuzigungsweges in Wesel und wurde von den Weseler Bürgern Hermann Sael und Tillmann Haes aus Anlaß einer Pilgerfahrt gespendet. Die Kreuze wurden 1501 vollendet und bestehen aus Baumberger Sandstein. Die Figuren sind rund 170 cm hoch. Als die Spanier Wesel 1587 belagerten, wurde die Kreuzigungsgruppe aus Angst vor ihrer Zerstörung demontiert und schließlich 1652 in Dinslaken am Walsumer Tor, dort, wo sich heute die Kopie gefindet, aufgerichtet.

Von dem Verteilerkreis zweigt die Heinrich-Nottebaum-Straße ab, die Sie direkt zur Trabrennbahn führt.

Bild von einem Trabrennen

Die einzige Halbmeilen Trabrennbahn in Deutschland zieht jährlich etwa 400.000 Besucher an. Die Stallungen bieten etwa 360 Pferden Platz. An den Kassen werden rund 25 Mio. Euro im Jahr umgesetzt. Die Trabrennbahn ist daher auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Bild vom Voswinckelshof

Gegenüber der Trabrennbahn führt Sie die Bärenkampallee zur Wiesenstraße. In dem kleinen Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Voswinckelshof.

Der Voswinckelshof geht zurück auf einen alten Landadelssitz. Das heute zu sehende Hauptgebäude wurde 1700 vor der Stadtmauer errichtet und ist aufgebaut als Dreiflügelanlage mit engem Hof vor einem schmalen Mittelportal. Über viele Jahre wohnte hier der Drost (höchster Verwaltungs- und Gerichtsbeamter). Die Ursprünge des Voswinckelshof lassen sich bis indas 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Untersuchungen der Fundamente des Hauses ergaben, dass das Gebäude auf den Grundmauern von zwei aus dieser Zeit stammenden, aneinandergereihten Häusern ruht.

Wenn Sie die Auffahrt zum Voswinckelshof runtergehen, sehen Sie an der Ecke Duisburgerstraße/Brückstraße die Wöllepumpe. Ihr Name stammt von den hier ansässig gewesenen Wollwebern. Nach dem früher bekrönenden Adler wird die Pumpe auch Adlerpumpe genannt.

Wöllepumpe und Stadtkirche

Bild der Wöllepumpe

In Dinslaken hat es im 15. Jahrhundert insgesamt zwölf Pumpen gegeben, die von den jeweiligen Nachbarschaften gepflegt und gewartet wurden. Zur Wöllepumpnachbarschaft gehörten 60 Häuser. Neben der Wasserversorgung diente die Pumpe der Löschwasserbeschaffung. Die Wöllepump soll Berichten zu Folge das beste Wasser im Stadtgebiet geführt haben.

Folgen Sie der Brückstraße bis zur Ev. Stadtkirche.

Bild der evangelischen Stadtkirche

Seit 1603 gibt es in Dinslaken eine reformierte Kirche. In den Jahren 1649 - 1653 wurde das erste Kirchengebäude der Gemeinde errichtet. Der jetzige Bau wurde 1721 nach Plänen von Sala geschaffen. Es handelt sich hierbei um eine einschiffige Saalkirche in Backsteinbauweise. Die Glasfenster wurden 1980 eingesetzt und stammen von Werner Persy.

Folgen Sie nun der Einkaufsstraße nach rechts. Nach wenigen Schritten überqueren Sie die Friedrich-Ebert-Straße. Links sehen Sie das Gebäude der Dresdner Bank. Eine Gedenktafel an der Außenwand erinnert an das Kloster Marienkamp, das hier früher stand und von 1870 bis 1938 als Synagoge verwendet wurde. Die Synagoge wurde 1938 zerstört.