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Nahmobilität


Nahmobilität allgemein

Unter dem Begriff „Nahmobilität“ werden alle Arten nicht-motorisierter individueller Mobilität im räumlichen Nahbereich, d.h. das Gehen zu Fuß, das Radfahren, aber auch die Fortbewegung mit anderen Verkehrsmitteln (Inliner, Kickboards, Skateboards, Roller etc.) verstanden.

Die Nahmobilität bietet weitreichende Vorteile für die Gesellschaft, die Wirtschaft und unsere Umwelt. Eine Förderung der Nahmobilität kann an unterschiedlichen Punkten ansetzen:

  • Verbesserung der Qualität der Verkehrsangebote (Verkehrsinfrastruktur), Schaffung von mehr Platz für den nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer und von komfortablen Wegenetzen
  • Schaffung von Rahmenbedingungen im Bereich der Siedlungsstruktur, Schaffung von Grundstrukturen wie einer gewissen Kompaktheit, einer funktionalen Mischung sowie attraktiven Zielen der Nahversorgung und Naherholung
  • Steigerung der städtebaulichen Qualität, Attraktivierung des öffentlichen Raumes zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität als Sozial-, Lebens- und Wohnstandort
  • Schaffung von vernetzten Angeboten (Intermodalität), hinreichende Information der Bürger_innen durch ein breit aufgestelltes Mobilitätsmanagement
  • Etablierung einer entsprechenden Kommunikation zur Schaffung einer neuer Mobilitätskultur

Auf dieser Seite werden verschiedene Aspekte der Nahmobilität und ihrer Förderung in Dinslaken präsentiert. Die Seite wird laufend ergänzt.


Klimaschutzteilkonzept Fuß- & Radverkehr
(Oder auch: „Fuß- & Radverkehrskonzept“)

Vor rund 10 Jahren hat  in der Stadt Dinslaken ein Prozess des Umdenkens in die Richtung eines Handelns hin zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität eingesetzt. Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Ressourcenknappheit, die demografische Entwicklung und die zunehmende Schwächung der Stadt als Wohn- und Lebensraum führten in der Stadt- und Verkehrsplanung zu neuen Strategien und Handlungsansätzen. In steigendem Maße wurde als zentrale Aufgabe die Schaffung und Verstetigung von Strukturen gesehen, die die zukunftsfähige Grundlage für eine sichere, nachhaltige, multi- und intermodale Mobilität bilden.

Der Rat der Stadt Dinslaken hat hierzu verschiedene Beschlüsse gefasst, die als Grundlagen für die integrierte Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik zu verstehen sind. Hierin benannte Handlungsziele betreffen u.a. Themen wie die Stärkung des Umweltverbundes und der Nahmobilität (siehe oben), hierbei insbesondere die Verbesserung der Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr,  die Verbesserung des Stadtklimas durch eine Reduzierung des Energiebedarfs und der Emissionen sowie die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Bürgerschaft für ökologische Belange. Ebenfalls aus den zuvor genannten Zielen hat sich die Forderung nach der Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V. (AGFS) dahingehend weiterentwickelt,  dass Ende 2015 ein Aufnahmeantrag abgegeben wurde und im Herbst 2017 die Hauptbereisung durch die AGFS-Kommission mit hoffentlich anschließender Aufnahme ansteht.

Aus diesen Vorgaben resultierte die Maßnahme, ein Klimaschutzteilkonzept für den Fuß- & Radverkehr erstellen zu lassen (Beschluss im Planungs-, Umweltschutz-, Grünflächen- und Stadtentwicklungsausschuss vom 07.12.2015). In Anlehnung an die Zielsetzung der Landesregierung und das Leitbild der AGFS soll der Förderung der Nahmobilität eine hohe Priorität beigemessen werden. Der hohe Nutzen dieser Förderung bzgl. des Klimaschutzes, der Gesundheitsförderung, der Lärmreduktion oder der Luftreinhaltung geht einher mit geringen negativen Auswirkungen auf Umwelt und Umfeld.

Das Fuß- & Radverkehrskonzept soll ein innovatives und umsetzungsfähiges Konzept darstellen, dass eine Grundlage für die Entwicklung der Stadt Dinslaken in Richtung einer nachhaltigen Mobilität ist.

Die Inhalte des Konzeptes ergeben sich sowohl aus den Anforderungen an die Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes als auch aus dem Leitbild „Radverkehr als System“ aus dem nationalen Radverkehrsplan (NRVP) der Bundesregierung. Das Konzept soll über die Schaffung einer fuß- und fahrradfreundlichen Infrastruktur hinaus auch die weiteren Säulen einer integrierten Förderung der Nahmobilität wie Service, Information und Kommunikation umfassen. Mit der Erstellung des Konzeptes wurde das Dortmunder Büro Planersocietät beauftragt.

Nach einer Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger im September 2016, dem Abschluss der Bestandsanalyse und einem ersten Workshop mit einem Planungsspaziergang und einer Planungsradtour (ebenfalls im September 2016) wurde neben einer Energie- und CO2-Bilanzierung ein Radverkehrsnetz entwickelt sowie ein Maßnahmenkatalog erstellt, dessen erste Ansätze im Januar 2017 in einem 2. Workshop mit Interessierten weiter verfeinert wurden. Die Erstellung des Konzeptes wurde darüber hinaus durch den Arbeitskreis Mobilität, dem verschiedene Mitglieder aus den unterschiedlichsten Fachdiensten der Verwaltung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den politischen Fraktionen angehören, begleitet. Das fertige Konzept enthält ein Controlling-Instrumentarium zur kontinuierlichen Überprüfung des Maßnahmenprogramms.

Das fertiggestellte Konzept wurde am 17. Oktober 2017 vom Rat der Stadt Dinslaken beschlossen. Hierbei wurde die im Konzept enthaltene Maßnahme, die Fußgängerzone in der Neustraße zwischen 20 und 8 Uhr für den Radverkehr freizugeben, explizit NICHT mit beschlossen.

Im Folgenden finden Sie das Fuß- & Radverkehrskonzept in mehreren Dokumenten:

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) , die Nationale Klimaschutzinitiative und den Projektträger Jülich (PTJ) unter dem Förderkennzeichen 03K02421.

Logos des BMUB sowie der Nationalen Klimschutzinitiative


Anregungen zum Thema Fuß- & Radverkehr

Die Meldeplattform RADar! ist ein onlinebasiertes Bürgerbeteiligungs- und Planungsinstrument, das ursprünglich für die Fahrradkampagne „STADTRADELN“ geschaffen wurde. Für die Stadt Dinslaken ist das Instrument aktuell ganzjährig verfügbar.

Bürger_innen können über die STADTRADELN-App (Android) oder via Internet auf störende, gefährliche und positive Stellen an und auf Fuß- und Radwegen aufmerksam machen: Einfach einen Pin und den Grund der Meldung auf die entsprechende Stelle setzen, schon werden die entsprechenden Stellen bei der Stadt informiert, die Meldung geprüft und dann ggf. weitere Maßnahmen eingeleitet.

Auf der RADar!-website können Sie sich – falls vorhanden – mit ihren Login-Daten von der Aktion STADTRADELN anmelden oder sich auch komplett neu registrieren (unter „Für RadlerInnen“ --> “Registrieren“ bzw. „Login“). Dadurch erhalten Sie Rückmeldungen zu Ihrer Meldung direkt per E-Mail.

Neben dem RADar! stehen natürlich weiterhin die allgemeine E-Mail-Adresse der Stadt sowie das Kontaktformular der Ideen- und Beschwerdestelle als Anlaufstellen für Anregungen und Kritik zur Verfügung.


Radroutenplaner NRW

Das Land Nordrhein-Westfalen bietet einen sehr umfangreichen Radroutenplaner an, der Sie auf ihren Alltags- und Freizeitrouten unterstützen kann. Sie finden ihn unter www.radroutenplaner.nrw.de. Hier können Routen & Touren geplant, Bett+Bike-Betriebe angezeigt werden und vieles mehr.