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aktuelle Sonderausstellung

"... bis hier hin" Bilder und Skulpturen von Rainer Engelke und Gert Kiessling (28. August - 20. November 2022

Ursprünglich war eine Ausstellung nur mit Werken von Rainer Engelke geplant, die sich mit der Entleerung unserer Innenstädte, ihren Ursachen und Folgen befassen sollte. Die Skulpturen seines Freundes Gert Kiessling erwiesen sich als ideale Ergänzung. Die Künstler lernten sich in den 1970 Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf kennen und nahmen zusammen an Ausstellungen teil.

Von der ersten Idee bis zur Ausstellungseröffung vergingen zweieinhalb Jahre in einer krisengeprägten Zeit. Darauf haben beide künstlerisch reagiert. Dabei griffen sie auch auf ihr bildnerisches Schaffen zurück, um Entwicklungslinien aufzugreifen, die der Ausstellungstitel ... bis hierhin umschreibt.

Schwerpunkte der Arbeit von Rainer Engelke sind der urbane Raum, seine Architektur und die industriell geprägte Landschaft. Zudem beschäftigt er sich mit dem Verhältnis des Menschen in seiner gebauten Umwelt. Die zentralen Fragen seiner Arbeit sind: Wie richtet sich der Mensch ein und welche Folgen hat das? Zum Verschwinden der Montanindustrie zeigte Engelke 2010 seine Ausstellung Zwischen den Zeiten im Voswinckelshof. Das Bild Kraftwerk Walsum im Bau stellt die Verbindung zur aktuellen Ausstellung her. Es zeigt, dass der entstehende Bau schon den Keim seines Abrisses in sich trägt. In Krisenzeiten werden Endpunkte eingeschlagener Wege sichtbar. Dazu sind Werkgruppen und Einzelbilder zu sehen.

Gert Kiessling stellt Menschen in figürlichen Gruppen dar, abgeleitet aus urbanen Szenen. Bewegungen, Haltungen, die Größe der Figuren und Perspektiven leitet er aus dieser Motivwelt ab. Entscheidend für die Wirkung der Skulpturen bleibt ihre Präsentation im Raum.

In vier größeren Projekten fasste er Plastiken, Skizzen, Zeichnungen und malerische Arbeiten zu einem Themenkomplex zusammen. Das erste Projekt, Lisboa, geht von einer Platzsituation in Lissabon aus. Menschliche Beziehungen, ihre Fragilität und Ortlosigkeit werden plastisch greifbar. Das neueste Projekt, Marienfelde, ist biografisch angelegt. Es inszeniert Abschied und Neuanfang in einem Berliner Notaufnahmelager.

Neuerdings gießt er Äste, Baumscheiben oder Stämme als Träger figürlicher Szenen in Metall. Die Holzelemente überwinden ihre Sockelfunktion und werden zu Zeichen im Raum.